Ein Auto nach den eigenen Vorstellungen und Wünschen kreieren, ohne dabei auf Vorschriften und TÜV achten zu müssen? Das ist durchaus möglich – wenn man sich bestimmte Fertigkeiten der Bildverarbeitung aneignet.
Das Bearbeiten eines Autofotos mittels professioneller Bildbearbeitungsprogramme wie Photo Shop wird als Virtuell Cartuning oder virtuelles Auto-Tuning bezeichnet. Ursprünglich hat man dabei die abgebildeten Autos mit Tuninganbauteilen ausgestattet, welche von anderen Bildern übernommen wurden. Die auf diese Weise entstandenen Bilder werden Fake, Fakecar oder Chop (engl. to chop – zerhacken) genannt. Aus diesen Begriffen leiten sich wiederum weitere gängige Bezeichnungen für Virtual Cartuning ab wie Choppen oder Faken.
Beim virtuellen Auto-Tuning kommen hauptsächlich professionelle Bildbearbeitungsprogramme zum Einsatz. Da wir hier von einer reinen Bildbearbeitung sprechen, werden keine 3D-Programme benutzt. Die meisten Mitglieder der Szene der virtuellen Autotuner verwenden das Bildbearbeitungsprogramm Adobe Photoshop. Dieses professionelle Programm bietet alle nur vorstellbaren Möglichkeiten – der Phantasie eines jeden Autotuners sind also keine Grenzen gesetzt. Man muss sich lediglich das Programm kaufen und sich bestimmte Fertigkeiten aneignen. Der Einstieg ist aber nicht allzu schwer. Denn es gibt viele Anleitungen, die zum Thema Virtuelles Auto-Tuning mit Photoshop bereits geschrieben wurden. Teilweise kommen aber auch andere Programme wie Corel Paint Shop Pro und das Freewareprogramm Gimp verwendet.
Wie in allen Bereichen der Bildbearbeitung kommen hier zwei Techniken zum Einsatz: Einerseits kann man auf das allgemein bekannte Copy&Paste zugreifen. Außerdem gibt es da auch noch das so genannte Brushing.
Beim Copy&Paste kann man die gewünschten Teile von Fotos bereits getunter realer Autos kopieren und einsetzten. Auf diese Weise entsteht aus mehreren realen Autos ein neues virtuelles Auto. Diese Technik erfordert relativ wenig Erfahrung und wird daher meist für den Einstieg empfohlen.
Mit Brushing ist das Erstellen völlig neuer Teile mittels der verwendeten Software gemeint. Diese Technik gilt auch als die Königsdisziplin des Auto-Tunings, da man dazu eine besonders hohe Vorstellungskraft und räumliches Denken braucht. Ganz wichtig ist aber auch, dass eine gewisse Erfahrung in der Bildbearbeitung und ein fundiertes Wissen über Lichtreflexe und Schattenwürfe erforderlich sind.
Wer diese Erfahrung noch nicht hat, braucht nicht zu verzweifeln. Denn es gibt – wie oben erwähnt eine Menge Ratgeber in Sachen virtuelles Auto-Tuning. Will man beispielsweise einen Audi-Kombi tunen, so sollte man zuvor einen Ratgeber Kombi hinzuziehen.
Gastautorin Mathilde Zornmann