Die Abstrakte Malerei ist eine Stilrichtung der bildenden Kunst und stellt einen Sammelbegriff für verschiedene Strömungen nicht gegenstandsbezogener Malweisen der Klassichen Moderne dar.
Die Abstrakte Maler vermeidet jegliche Tendenzen, die auf eine Gegenständlichkeit abzielen und beschränkt das Gemalte Farb- und Formklänge, sowie innerbildliche Bezuge und Gegensätze. Der Begriff der Abstraktion ist in der Bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts auf jegliche Reduktion von natürlichen Eindrücken anwendbar.
im 19. Jahrhundert hatten Künstler, wie William Turner oder Victor Hugo (Literat und Zeichner) begonnen von klaren Strukturen und Linien abzuweichen um sich abstrakteren Darstellungsprinzipien in ihren Ateliers zu widmen.Die Stilrichtung kann als logische Fortführung des Neoimpressionismus, des Kubismus und des Fauvismus gesehen werden. Als Begründer dieser Strömung gelten Wassily Kandinsky und Robert Delaunay. Immer mehr Maler begannen nach 1910 mit der nicht gegenstandsbezogenen Methode zu Arbeiten und es bildeten sich lose, mehr oder weniger unabhängige Schulen der Malerei.
Von der breiten Masse bekam die Abstrakte Malerei eher negative Kritiken. Auch Kunstkritiker zeigten sich zunächst skeptisch. Denn die Abweichung vom Gegenständlichen bedeutete auch eine Abweichung vom etablierten Kunstbegriff. In polemischer Weise wurde die Schlichtheit der Werke, die weder künstlerische Begabung noch handwerkliches Können voraussetzen würden, diffamiert. Kontroversen rief beispielsweise das Schwarze Quadrat von Kasimir Malewitsch hervor. Es handelt sich bei diesem Werk um ein einzige schwarze Fläche auf weissem Grund.
Malewitsch Gedanken zu diesem Werk verdeutlichen eindeutig den Geist des Abstrakten, der ihn dazu bewog in seiner Reduktion bis zum Äußeren zu gehen:
„Als ich 1913 den verzweifelten Versuch unternahm, die Kunst vom Gewicht der Dinge zu befreien, stellte ich ein Gemälde aus, das nicht mehr war als ein schwarzes Quadrat auf einem weißen Grundfeld. Es war kein leeres Quadrat, das ich ausstellte, sondern vielmehr die Empfindung der Gegenstandslosigkeit.“